Die versteckte Königsklasse

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Ohne sie wäre das grösste Volksfest der Schweiz nicht möglich – und doch bekommen die 300'000 Besuchenden nichts von ihr mit. Die Rede ist von der ESAF-Informatik. Das Glasfaser-Netzwerk und die Hochleistungs-Drucker im Hintergrund des Eidgenössischen spielen in ihrer eigenen Königsklasse.

Auf das Daten-Netzwerk am ESAF zählen alle: Schwinger, Kampfrichter, Festzelte & Catering, Public Viewing, Blaulichtorganisationen. Allen voran die riesige Zug Arena mit den rund 56'000 Zuschauenden. Das Schweizer Fernsehen überträgt die einzelnen Gänge live in das ganze Land und nur Momente nach jedem Gang bedienen unzählige Chrampfer die ganze Arena und das Festgelände mit den neusten Ranglisten.

Damit eine solche Operation reibungslos funktioniert, sind zwei Zuger IT- Spezialistinnen mit der nötigen Erfahrung am Werk.

7 km Glasfaser, 10 km Kupferkabel und 35 Jahre Erfahrung
Das Netzwerk und die IT-Infrastruktur stammt von redIT. Ihr Kerngeschäft sind IT-Services für KMU und sie ist stolze Kranzpartnerin. Die Schwierigkeit: die unterschiedlichen Anforderungen der zahlreichen Verbraucher zu handhaben und «5 Jahre im Voraus abschätzen zu können, was am Festwochenende effektiv benötigt werden wird», hält Andreas Kleeb fest, Inhaber der redIT und Mitglied des ESAF-OKs. Die richtige Lösung zu entwerfen, ist nur mit jahrelanger Erfahrung möglich. Schon in einer frühen Phase wurde das «Core-Netzwerk» - die Hauptschlagader - durch die redIT-System Engineers redundant angelegt, um höchste Verfügbarkeit gewährleisten zu können. Vorhandene Infrastruktur wie Leerkanäle und bereits verlegte Glasfaser-Kabel wird wo immer möglich genutzt. Die Vorteile: Nachhaltigkeit und wesentlich tiefere Kosten.Das vollendete Netzwerk verästelt sich über 60 Verteiler-Stationen über das ganze Gelände und bringt Konnektivität zu allen Verbrauchern. «Das Netzwerk ist so simpel wie möglich gehalten, gleichzeitig aber dynamisch erweiterbar», so Kleeb. 

10'000 Seiten in nur 5 Minuten
Am Hochleistungs-Netzwerk ist auch ein Hochleistungs-Druckerpark angeschlossen. Verantwortlich dafür ist beelk Services, Spezialistin für Managed Print Services, Schwesterfirma der redIT und ebenfalls ESAF-Kranzpartnerin. «40 modernste Geräte der Marke HP sind zu einer ‘Cluster-Printing-Lösung’ zusammengeschlossen», erklärt Daniel Merz, Mitinhaber der beelk Services. Rund 200 Helfende bringen in der Arena und auf dem ganzen ESAF-Areal Ranglisten unters Volk - insgesamt über 100'000 Seiten. Die Herausforderung liegt für Merz auf der Hand: «In acht Druckläufen haben wir nur wenige Minuten Zeit, um jeweils rund 10'000 – 15'000 Seiten zu produzieren». Fehler verträgt es hier keine. Im Cluster-Printing verteilen die Drucker die Print-Jobs automatisch untereinander und erreichen so eine Kapazität von 2'000 Seiten pro Minute. Spezialisten der beelk Services überwachen das Printing konstant.

Wenn das ganze Land nach Zug pilgert, um die Krönung des neuen Schwingerkönigs zu erleben, dann muss auch die Informatik im Hintergrund in der Königsklasse spielen können.